Vom esoterischen Quatsch zur funktionierenden Software-Community

Agiles Projektmanagement verspricht Produkte, die Kunden wollen, entwickelt von einem selbstorganisierten Team. Was gäben Unternehmen für solch eine Arbeitskultur? Sie verspricht nachhaltigen Erfolg. Sie entsteht jedoch nicht von allein und nicht über Nacht. Solch eine Veränderung braucht Verrückte! Einer dieser Verrückten ist Andreas Fischer von der Firma DATEV. Ihm ist es gelungen, eine Community aufzubauen, die sich selbstorganisiert und mittlerweile 60-70 Treffen zu Coding Dojos und entsprechende Kurse für Entwickler mit insgesamt mehr als 300 Kollegen pro Jahr veranstaltet. Andreas war zu Besuch bei uns und erzählte von seiner spannenden Reise. Mehr als 80 Kolleginnen und Kollegen versammelten sich im 15ten Stock des Medienturms und folgten Andreas auf seiner Reise.

Wie alles begann

Andreas, seit mittlerweile mehr als 30 Jahren bei DATEV, war nicht einverstanden damit, wie die Software-Entwicklungsabteilung seiner Firma arbeitete. Zu wenig Abstimmung. Zu wenig Kommunikation. Zu ineffizient. DATEV wusste zwar die Antwort auf viele Fragen, nur wo waren diese wissenden Menschen? Stichwort Wissensmanagement. Je größer eine Firma wird, desto herausfordernder ist dieses Thema, die Global Player können ein Lied davon singen. Also änderte Andreas das System und bildete eine Community für die Software-Entwicklung. Der erste Follower fand Andreas in Daniel. Er war Feuer und Flamme für diese Idee.

Das erste Treffen – ein Fiasko

 Das erste Treffen wurde mit einem externen Trainer organisiert. Dieses Treffen scheiterte kläglich und hinterließ unglückliche Kollegen. Andreas und Daniel verbesserten das Format, tauschten den Trainer aus und machten weiter. Mittlerweile haben sich die Treffen verselbständigt und das Management unterstützt die Community voll und ganz.

Was den Erfolg gebracht hat

Andreas fasste die Erfolgs-Faktoren für den Aufbau einer funktionierenden Community kurz und knackig für uns zusammen:

  • Unterschätzt die Raumgestaltung der Treffen nicht. Die Leute müssen sich wohlfühlen, nur so kann das ganze Potential der Mitarbeiter entfaltet und freigesetzt werden.
  • Gestalte die Events anders, sei experimentierfreudig, nur so bleiben sie im Gedächtnis.
  • Rühre die Werbetrommel dafür, sei provokativ und nutze Guerilla-Marketing, um Aufmerksamkeit zu erregen.
  • Besuche Kongresse und Events und hole Dir dort Impulse.
  • Achte auf Deine Mitspieler wie z. B. der Betriebsrat und hole sie frühzeitig ins Boot.
  • Blicke zurück und überlege Dir, was Du verbessern kannst.

Und…Rechne damit, dass Du scheiterst und sehe es als Chance, es besser zu machen.

Danke, Andreas…für diesen tollen Impuls!