Weiterbildung @ Business Solutions: Scrum

Im Laufe der Jahre haben sich die Projektmanagement Methoden stetig weiterentwickelt. Mit neuen Technologien kamen die agilen Methoden. Scrum ist in aller Munde, doch was ist Scrum, welche Vorteile hat es und welche Projekte können damit umgesetzt werden?

Im Rahmen der Weiterbildungsmöglichkeiten im Hause Hubert Burda Media hat sich das Team Program Management von Business Solutions diesen Fragen angenommen und wir haben uns hierfür einen externen Berater ins Haus geholt. Dieser hat uns drei Tage in die Welt von Scrum eingeführt.

Gestartet wurde mit den Grundlagen von Scrum. Wir lernten die Artefakte, Rollen und Meetings kennen. Zudem die Dos und Don‘ts bei Scrum Projekten. Nachdem wir den Scrum Master, das Development Team und auch den Product Owner besser kennen gelernt haben, ging es anhand von verschiedenen Aufgaben an die Artefakte und einzelnen Scrum Meetings.

Besonders spannend war hier zu sehen, wie die Verantwortung des Sprint Scopes direkt durch das Development Team festgelegt wird. Im Laufe des Scrum-Projektes werden die Arbeitspakete, bei Scrum sind das die sogenannten Story-Points, von dem Entwicklungsteam selbst als next Step festgelegt. Im klassischen Projektmanagement verteilt der Projektleiter die Tasks, in Scrum herrscht das Pull-Prinzip. Im Sprint Planing wählt das Development- Team die Arbeitspakete aus, die in den nächsten Sprint passen. Ist das Team der Meinung, es schafft keine weiteren Tasks, wird sich zu diesen auch nicht Comitted. Der Product Owner hat die Meinung des Teams zu respektieren und kann ihm keine weiteren Tasks „auf´s Auge drücken“.

Ein wichtiger Teil der Schulung war für uns die Erarbeitung der Frage, wann ein Projekt mit Scrum geführt werden soll bzw. kann und wann nicht. Spannend war hier zu sehen, dass die Methode am besten auf Projekte der Softwareentwicklungen passt. Jedoch müssen hier auch die Rahmenbedingungen wie zum Beispiel das Festlegen der Kosten und des Zeitraums betrachtet werden. Wurden der zeitliche Rahmen und das Budget festgelegt und als gesetzt kommuniziert, wird der Scope agil gehalten. Anhand von definierten Prioritäten wird der Scope den Rahmenbedingungen angepasst, sodass Time und Budget gehalten werden können. Z.B werden die Grundbausteine der Software höher priorisiert und extra „Nice-To-Have“- Buttons niedriger priorisiert. Somit erhält der Product Owner am Ende eine funktionierende Software, die alle primären Anforderungen enthält.

Neben dem agilen Projekt-Scope legt Scrum im Gegensatz zum klassischen Projektmanagement einen höheren Wert auf die Einbeziehung des Kunden in das Projekt. Da in jedem Sprint ein Increment entwickelt wird, ist der Kunde angehalten, dieses gleich zu testen und ggf. Optimierungen zu kommunizieren. Somit durchläuft die Software mehrere Testphasen von Kundenseite und keine Gesamthafte Testzeit am Ende des Projektes. Der Kunde hat somit die Möglichkeit, schneller zu reagieren und Änderungen können direkt Einfluss auf die nächsten Sprints nehmen.

Am Ende der Weiterbildung haben wir unsere eigenen Projekte und Themen analysiert, welche sich am besten mit Scrum umsetzen lassen. Wir merkten schnell, dass wir in diesem Bereich einiges zu tun haben.  Besonderes in der Entwicklung von unseren mobilen Apps sehen wir ein sehr großes Potential, diese agil umzusetzen. Aufgrund von verschiedenen Anforderungen im mobilen Bereich bietet sich das Führen eine Product Backlogs und seine Priorisierung an. Somit stellen wir unseren Kunden immer eine aktualisierte Version unserer Apps mit den wichtigsten Neuerungen bereit.  Einen Einblick in unsere letzten Weiterentwicklungen unserer Haus-eigenen App zur Urlaubsübersicht seht ihr hier.  Zudem können wir die agilen Methoden wie z.B. Kanban auch in einzelnen Bereichen nutzen. Unser Business Intelligence (BI)-Team arbeitet heute mit einem Ticket System welches auf der Projekt-Managment Software Jira basiert. Das BI-Team strukturiert seine Betriebsaufgaben agil und hat mit Jira die aktuellsten Themen immer im Blick.

Beim weiteren Durchleuchten unserer Projekte, werden wir keine schwarz/weiße Brille aufsetzen, denn manche Projekte können auch hybrid durchgeführt werden: Also das Herauspicken von Best Practices aus beiden Welten. Ist der Kunde z.B. nicht komplett agil, wir möchten ihn jedoch mehr in das Projekt einbeziehen, bekommt er am Ende eines definierten Arbeitspaketes bereits die Möglichkeit, die Anwendung zu testen. Das Arbeitspaket mag hier nicht direkt in einem Sprint umgesetzt werden können, ist aber so geplant, dass ein in sich geschlossenes Increment entsteht.

Neben unseren Projekten stehen wir auch vor der Herausforderung, unsere Kunden in die Welt von Scrum einzuführen. Auch dieser Schritt ist eine Hausaufgabe, welche wir aus dem Workshop mitgenommen haben. Da nicht jeder Kunde agil arbeitet, läuft die Kundenanalyse parallel zur Projektbewertung.

Zu guter Letzt standen auch die Zertifizierungen des Product Owners und des Scrum Masters auf unserer Roadmap, welche wir alle erfolgreich bestanden haben. Jetzt liegt es an uns, die Projekte entsprechend zu planen und zu leiten.